Warnt Chrome unsere Kunden, wenn sie auf unsere Seite wollen?
KI-generiertes BildChrome fragt seit dem Oktober-Update nach, bevor es eine Seite ohne HTTPS zum ersten Mal öffnet, bei allen Nutzern. Eine Firmenseite mit gültigem Zertifikat merkt davon nichts. Gefährdet sind vergessene Adressen: die alte Aktionsseite, die Unterseite, der Link in der Mailsignatur. Eine halbe Stunde reicht, sie alle zu finden.
Google hat Chrome so umgestellt, dass der Browser vor dem ersten Aufruf einer öffentlichen Seite ohne HTTPS um Erlaubnis bittet. Angekündigt hat Google das im Chrome-Security-Blog vom 28. Oktober 2025, die Auslieferung an alle Nutzer meldet heise online am 22. Oktober 2026. Bei der Versionsnummer weichen beide ab: Google nannte Chrome 154, heise nennt Chrome 155. Für Sie macht das keinen Unterschied. Es gilt jetzt.
Was Ihre Besucher sehen
Chrome versucht jede Verbindung zuerst über HTTPS. Klappt das, merkt niemand etwas, auch nicht bei einem Link, der noch mit „http://“ beginnt und weitergeleitet wird. Klappt es nicht, erscheint vor der Seite eine Warnung, die der Besucher bestätigen muss. Hat er bestätigt, warnt Chrome laut heise erst wieder, wenn er die Seite mindestens zwei Wochen nicht besucht hat. Ausgenommen sind private Adressen wie ein Router im Büro.
Google selbst schreibt, nach dem Test bei einem kleinen Teil der Nutzer sehe der mittlere Nutzer weniger als eine Warnung pro Woche. Für einen neuen Interessenten ist die eine Warnung vor Ihrer Seite aber die erste, die er von Ihnen sieht.
Wen es trifft
Nicht Ihre Hauptseite, wenn sie ein gültiges Zertifikat hat. Es trifft, was niemand mehr im Blick hat: die Aktionsseite von vor drei Jahren, eine Unterseite für einen Messeauftritt, das Kundenportal eines früheren Dienstleisters, die Adresse auf der gedruckten Visitenkarte, der QR-Code auf dem Fahrzeug. Das sind die Orte, an denen ein fehlendes oder abgelaufenes Zertifikat am ehesten unbemerkt geblieben ist. Warum Kunden überhaupt auf Ihrer eigenen Seite landen sollen, steht in Lohnt sich die eigene Webseite noch, wenn die Kunden ChatGPT fragen?, und wie lange es dauert, bis eine neue Adresse bei Google ankommt, in Wie lange dauert es, bis Google unsere neue Seite findet?.
Eine halbe Stunde: jede Adresse einmal öffnen
Schreiben Sie alle Adressen auf, die Sie nach außen geben: Visitenkarte, Mailsignatur, Anzeigen, Google-Profil, Fahrzeugbeschriftung, QR-Codes, Prospekte, Unterseiten, alte Aktionsseiten. Öffnen Sie jede in Chrome, einmal mit „https://“ und einmal mit „http://“ davor. Notieren Sie, wo eine Warnung kommt, wo die Seite gar nicht lädt und wo sie auf etwas anderes umleitet, als Sie dachten. Zehn bis zwanzig Adressen sind in einer halben Stunde zu schaffen.
Unangenehm wird es, wenn eine der Adressen auf etwas zeigt, von dem Sie nicht mehr wissen, wer es betreibt. Dann steht eine Entscheidung an: umziehen, abschalten oder auf die aktuelle Seite weiterleiten. Das Zertifikat selbst richtet Ihr Hoster ein oder erneuert es, meist kostenlos.
Wo OctoPages hilft
Brauchen Sie für eine Aktion eine neue Adresse, ist das der Fall für OctoPages: eine eigene Seite, die um das Problem des Besuchers gebaut ist, statt einer Unterseite, die nach der Aktion vergessen wird. Die alten Adressen prüfen Sie selbst mit der Liste oben.
Häufige Fragen
Was hat Chrome im Oktober 2026 geändert?
Chrome bittet vor dem ersten Aufruf einer öffentlichen Seite ohne HTTPS um Erlaubnis. Die Einstellung „Immer verschlüsselte Verbindungen verwenden“ ist jetzt für alle Nutzer an, am Computer und unter Android. Auf Wunsch lässt sie sich abschalten.
Ist meine Firmenseite betroffen, wenn sie ein gültiges Zertifikat hat?
Nein. Chrome versucht HTTPS zuerst, und wenn das klappt, erscheint keine Warnung. Das gilt auch für alte Links mit „http://“, die auf HTTPS weiterleiten. Betroffen sind Adressen, unter denen HTTPS nicht funktioniert.
Wie oft sehen Besucher die Warnung?
Nur beim ersten Besuch einer Seite ohne HTTPS. Hat der Besucher bestätigt, warnt Chrome laut heise online erst wieder, wenn er die Seite mindestens zwei Wochen nicht besucht hat. Google nennt aus einem Test weniger als eine Warnung pro Woche für den mittleren Nutzer.
Welche Adressen sollte ein Betrieb prüfen?
Alle, die er nach außen gibt: Hauptseite, Unterseiten, alte Aktionsseiten, Adressen auf Visitenkarten und Fahrzeugen, QR-Codes, Links in Mailsignatur, Anzeigen und im Google-Profil. Jede einmal mit „https://“ und einmal mit „http://“ in Chrome öffnen.
Wer richtet das Zertifikat für HTTPS ein?
In der Regel der Hoster oder die Stelle, die die Seite betreibt. Ein Zertifikat für eine öffentliche Seite ist laut Google kostenlos und einfach zu bekommen. Sie müssen es nicht selbst einrichten, aber fragen, ob und wann es für jede Ihrer Adressen erneuert wird.
Redaktionell geprüft und verantwortet von Alvaro Moreno. Bei der Recherche und beim Entwurf haben wir KI-Werkzeuge eingesetzt.


