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Darf Google Werbung nach dem Inhalt unserer Postfächer auswählen?

Stand · von Alvaro Moreno

Eine Mitarbeiterin hält ihr privates Telefon neben das Firmenpostfach am Monitor, zwei Kollegen vergleichen beides (KI-generiert)KI-generiertes Bild

Seit dem 16. Oktober 2026 gilt eine geänderte Datenschutzerklärung von Google. Sie schließt Werbung nach dem Inhalt von Gmail, Drive und Fotos nicht mehr aus, wenn Sie einem anderen Google-Dienst wie der Suche oder Gemini den Zugriff erlaubt haben. Für Betriebe zählt eine Frage: In wessen privaten Konten liegen Ihre Kundenmails?

Google hat seine Datenschutzerklärung geändert, wirksam ab dem 16. Oktober 2026. Bisher stand dort, Google zeige keine personalisierte Werbung auf Grundlage von Inhalten aus Drive, Gmail oder Fotos. Der Satz steht weiter da, hat aber eine Ausnahme bekommen: Es sei denn, jemand stellt Daten aus diesen Diensten anderen Google-Diensten zur Verfügung, die personalisierte Werbung unterstützen. Als Beispiel nennt die Erklärung die Google-Suche, die Daten, auf die sie Zugriff hat, auch zur Personalisierung von Werbung verarbeiten kann. heise hat am 26. Oktober berichtet.

Was ändert sich für einen Betrieb?

Zunächst nichts von allein, denn der Zugriff muss erst erlaubt worden sein. Das geht schneller, als man denkt. Wer Gemini bitten will, eine Buchung aus einer Mail in den Kalender zu tragen, muss die Dienste verknüpfen. Laut heise gibt es diese Verknüpfung seit Anfang des Jahres, die Personalisierung wurde im April auf Deutschland ausgeweitet. Werbung nach ethnischer Zugehörigkeit, Religion, sexueller Orientierung oder Gesundheit bleibt laut Erklärung ausgeschlossen. Namen und E-Mail-Adressen gibt Google nur dann an Werbetreibende weiter, wenn Sie es verlangen.

Gilt das auch für Firmenkonten?

Das sagt weder heise noch die Erklärung. Sie verweist Mitglieder einer Organisation, die Google Workspace nutzt, auf die Datenschutzhinweise zu Google Cloud. Ob Ihr Konto dazugehört, beantwortet der Anbieter Ihres Kontos oder Ihre Datenschutzberatung. Heikel sind ohnehin die anderen Konten: das private Konto, in das ein Mitarbeiter sich Kundenmails weiterleitet, die Gmail-Adresse, unter der ein kleiner Betrieb seine Anfragen empfängt, das Privathandy, auf dem neben dem Firmenpostfach das private Konto läuft.

Ihr Handgriff: eine Frage, eine Viertelstunde je Konto

Fragen Sie heute jeden, der für Ihren Betrieb Kundenmails liest: Läuft davon etwas über ein privates Google-Konto, auch als Weiterleitung oder in der App auf dem Privathandy? Schreiben Sie die Zahl auf. Sehen Sie dann bei jedem dieser Konten nach, ob Suche oder Gemini mit Gmail verknüpft sind. Die Einstellung heißt laut heise „personalisierte Empfehlungen in Suchdiensten" und steht in den Personalisierungseinstellungen unter Daten und Datenschutz.

Unangenehm wird es, wenn die Zahl höher ist als gedacht oder niemand sie nennen kann. Abschalten löscht außerdem nichts, was Google bereits verarbeitet hat. Das berichtet heise unter Berufung auf Android Authority.

Wie weit ein Assistent in Ihrem Namen gehen darf, steht in Was darf ein KI-Assistent in unserem Namen zusagen?. Wer überhaupt auf Kundendaten zugreifen darf, in Soll ein KI-Agent unsere Bücher und Kundendaten lesen dürfen?.

Wo Octoserv hilft

Octoserv führt Kontakte, Anfragen, Gespräche und Angebote je Kunde an einer Stelle, in der Kontaktakte des Betriebs. Wer Kundenvorgänge dort führt statt in einzelnen privaten Konten, legt selbst fest, wer zugreifen darf, und sieht an einer Stelle, was zu einem Kunden gehört. Die Postfächer, die schon existieren, bleiben davon unberührt. Aber die Zahl, die Sie oben aufgeschrieben haben, wird kleiner. Mehr dazu auf octoserv.com.

Häufige Fragen

Was hat Google an der Datenschutzerklärung geändert?

Der Satz, dass Google keine personalisierte Werbung auf Grundlage von Inhalten aus Drive, Gmail oder Fotos zeigt, hat eine Ausnahme: Es sei denn, Sie stellen Daten daraus anderen Google-Diensten zur Verfügung, die personalisierte Werbung unterstützen. Die Fassung gilt seit dem 16. Oktober 2026.

Zeigt Google jetzt Werbung nach dem Inhalt meiner E-Mails?

Nur unter einer Bedingung: Ein anderer Google-Dienst wie die Suche oder Gemini muss Zugriff auf Ihre Daten aus Gmail, Drive oder Fotos erhalten haben. Wer keine Verknüpfung erlaubt hat, ist nach dem Wortlaut der Erklärung nicht betroffen.

Betrifft die Änderung Firmenkonten bei Google Workspace?

Das lässt sich aus der Erklärung und aus dem Bericht von heise nicht ablesen. Die Erklärung verweist Mitglieder einer Organisation mit Google Workspace auf die Datenschutzhinweise zu Google Cloud. Fragen Sie den Anbieter Ihres Kontos oder Ihre Datenschutzberatung.

Wie schalte ich die Personalisierung ab?

Laut heise unter den Personalisierungseinstellungen im Abschnitt Daten und Datenschutz Ihres Google-Kontos: dort lassen sich die personalisierten Empfehlungen in Suchdiensten ausschalten. Daten, die Google zuvor schon verarbeitet hat, werden dadurch nicht gelöscht.

Was sollte ein Betrieb jetzt konkret tun?

Herausfinden, in welchen privaten Google-Konten Kundenmails liegen, und dort prüfen, ob Suche oder Gemini mit Gmail verknüpft sind. Das dauert für die Umfrage im Team eine Viertelstunde und für jedes Konto eine weitere. Die Zahl der Konten ist das Ergebnis.

Redaktionell geprüft und verantwortet von Alvaro Moreno. Bei der Recherche und beim Entwurf haben wir KI-Werkzeuge eingesetzt.

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