DCom Systems

Technik

Bleibt Google die einzige Suche, in der wir gefunden werden müssen?

Stand · von Alvaro Moreno

Inhaber einer Autowerkstatt steht an der Theke und spricht in sein Smartphone, im Hintergrund arbeitet ein Mechaniker an einem Auto auf der Hebebühne

Nicht auf Dauer. Die EU-Kommission verpflichtet Google, ab Januar 2027 Suchdaten an andere Suchmaschinen und KI-Assistenten mit Suchfunktion weiterzugeben und Android ab Juli 2027 für fremde KI-Assistenten zu öffnen. Google klagt und will die Weitergabe der Suchdaten per Eilantrag stoppen. Wo ein Betrieb außerhalb von Google genannt wird, lässt sich heute schon prüfen.

Die EU-Kommission hat am 16. Juli zwei verbindliche Beschlüsse nach dem Gesetz über digitale Märkte erlassen. Google hat am 28. September beim Gericht der EU in Luxemburg dagegen geklagt, so heise vom 29. September.

Was die Beschlüsse verlangen

Der erste betrifft Android. KI-Assistenten anderer Anbieter sollen denselben Zugang zu den Funktionen des Telefons bekommen wie Googles eigener Assistent Gemini. Nutzer sollen ihren bevorzugten Assistenten per Sprachbefehl aufrufen können, ähnlich wie mit „Hey Google", und ihn in Apps Aufgaben erledigen lassen. Nach Angabe der Kommission nutzen 60 Prozent der Nutzer in der EU ein Android-Gerät. Wirksam werden soll das ab Juli 2027.

Der zweite betrifft die Suche. Google muss anderen Suchmaschinen ab Januar 2027 anonymisierte Suchdaten bereitstellen. Ausdrücklich berechtigt sind auch KI-Chatbots mit Suchfunktion.

Was die Klage ändert

Zunächst nichts an den Terminen. Laut heise hat die Klage grundsätzlich keine aufschiebende Wirkung. Die Fristen gelten, solange das Gericht die Beschlüsse nicht ausnahmsweise aussetzt.

Genau das hat Google inzwischen beantragt, allerdings nur für die Suchdaten. Wie Investing.com am 30. September berichtet, hat der Konzern beim Gericht der EU eine einstweilige Anordnung beantragt, die die Pflicht zur Weitergabe aussetzen soll. Google begründet das mit dem Schutz der Privatsphäre europäischer Nutzer, die Kommission verweist darauf, dass sie Sicherheit und Datenschutz berücksichtigt habe. Wann das Gericht entscheidet, ist nicht bekannt.

Was das für einen Betrieb bedeutet

Heute sucht ein Kunde bei Google und landet oft bei einem Portal statt beim Betrieb, wie in Ihr Kunde sucht Sie und findet ein Portal beschrieben. Mit den Beschlüssen bekommen andere Suchen und Assistenten bessere Daten und auf dem Telefon einen gleichberechtigten Platz. Die Frage wandert also von „Wo stehe ich bei Google?" zu „Wer nennt mich, wenn jemand seinen Assistenten fragt?". Ob man dort mit Werbung nachhelfen sollte, steht in Soll ich jetzt in ChatGPT werben?.

Eine Viertelstunde mit der Frage Ihres Kunden

Schreiben Sie den Satz auf, mit dem ein Kunde Sie sucht, so wie er ihn sagen würde, mit Ort. Stellen Sie ihn in ChatGPT, in Gemini und in einer Suchmaschine, die nicht Google ist. Notieren Sie, wer genannt wird: Sie, ein Wettbewerber oder ein Portal.

Oft steht der eigene Betrieb auf keiner der drei Listen. Genau das misst das Modul SEO und KI-Sichtbarkeit in Octoserv laufend.

Woran Sie merken, dass es weitergeht

An zwei Dingen: wie das Gericht über den Eilantrag entscheidet, und ob im Januar 2027 die ersten Suchdaten fließen. Beides wird gemeldet werden, wir greifen es hier auf.

Häufige Fragen

Was hat die EU-Kommission von Google verlangt?

Mit zwei Beschlüssen vom 16. Juli 2026 nach dem Gesetz über digitale Märkte: Google muss Android für KI-Assistenten anderer Anbieter so öffnen wie für Gemini, und anderen Suchmaschinen sowie KI-Chatbots mit Suchfunktion anonymisierte Suchdaten bereitstellen.

Ab wann gelten die Pflichten für Google?

Nach Angabe der EU-Kommission muss Google ab Januar 2027 Suchdaten an berechtigte Anbieter weitergeben. Von den Änderungen an Android sollen Nutzer ab Juli 2027 profitieren.

Hält die Klage von Google die Fristen auf?

Laut heise vom 29. September 2026 grundsätzlich nicht, die Klage beim Gericht der EU hat keine aufschiebende Wirkung. Google hat laut Investing.com vom 30. September aber zusätzlich beantragt, die Pflicht zur Weitergabe der Suchdaten vorläufig auszusetzen. Bis das Gericht darüber entscheidet, gelten die Fristen weiter.

Warum sollte sich ein mittelständischer Betrieb dafür interessieren?

Weil andere Suchmaschinen und KI-Assistenten bessere Daten und auf Android-Telefonen einen gleichberechtigten Platz bekommen. Damit zählt stärker, ob ein Betrieb genannt wird, wenn ein Kunde seinen Assistenten fragt, und nicht nur, wo er bei Google steht.

Wie prüfe ich, ob KI-Assistenten meinen Betrieb nennen?

Schreiben Sie die Frage auf, mit der ein Kunde Sie sucht, mit Ort. Stellen Sie sie in ChatGPT, Gemini und einer Suchmaschine außer Google und notieren Sie, wer genannt wird. Das dauert eine Viertelstunde und zeigt, ob Sie, ein Wettbewerber oder ein Portal vorne steht.

Weitere Beiträge

Alle Beiträge