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Hilft es, wenn andere Seiten über uns schreiben, die wir selbst bestellt haben?

Stand · von Alvaro Moreno

Inhaber eines Gerüstbaubetriebs in Warnweste streicht im Baucontainer Zeilen auf einer ausgedruckten Liste, ein junger Kollege zeigt auf eine Zeile

Anthropic hat am 8. Oktober 2026 seine Nutzungsrichtlinie geändert: Claude darf nicht dafür dienen, die Quellen zu beeinflussen, aus denen Suchmaschinen und KI-Systeme ihre Antworten holen, etwa über Seiten, die sich unabhängig geben. Die Regel gilt ab dem 12. November. Für Ihren Betrieb heißt das: Prüfen Sie, wer über Sie schreibt und in wessen Auftrag.

Vielleicht hat Ihnen schon jemand vorgeschlagen, auf vielen Seiten über Ihren Betrieb schreiben zu lassen, damit KI-Assistenten Sie öfter nennen. Anthropic hat dazu am 8. Oktober 2026 eine Regel angekündigt, die für den eigenen Assistenten Claude gilt.

Was hat Anthropic geändert?

Die aktualisierte Nutzungsrichtlinie gilt ab dem 12. November 2026, angekündigt am 8. Oktober. Im Abschnitt über täuschende Kampagnen steht, dass Claude nicht genutzt werden darf, um die Quellen zu beeinflussen, aus denen Suchmaschinen oder KI-Systeme ihre Antworten holen. Als Beispiel nennt die Richtlinie Netzwerke von Seiten, die sich als unabhängig ausgeben und dieselben Behauptungen stützen. Das Search Engine Journal hat darüber am 9. Oktober berichtet.

Anlass ist ein Fall aus Anthropics Bericht vom September 2026: rund 70 Seiten, die wie unabhängige Lokalredaktionen auftraten, betrieben von einer Werbeagentur mit Sitz in Frankreich. Mindestens 8.913 Artikel in etwa 20 Sprachen entstanden. Anthropic sperrte das Konto und die Organisation. Nach dem Bericht blieben die Inhalte meist im eigenen Netzwerk und fanden kaum Echo.

Was heißt das für einen Betrieb?

Zwei Dinge sind noch offen. Die Regel bindet Claude, nicht jedes andere Werkzeug, und ob solche Netze in KI-Antworten je auftauchten, ist laut Search Engine Journal nicht belegt. Wer sich auf ein solches Netz verlässt, baut deshalb auf etwas, das kein Anbieter zusagt.

Nach dem Wortlaut geht es nicht um Werbung an sich, sondern um Täuschung über Herkunft, Urheberschaft oder Unabhängigkeit. Ein Beitrag, der als Ihre Stimme erkennbar ist, fällt nicht darunter. Eine Seite, die wie eine neutrale Stimme klingt und von Ihnen bestellt wurde, ist genau der beschriebene Fall.

Ihre dreiviertel Stunde

Suchen Sie nach Ihrem Firmennamen und Ihrer wichtigsten Leistung. Schreiben Sie die ersten zwanzig fremden Seiten auf, die über Sie berichten. Notieren Sie neben jeder, wer sie veranlasst hat und ob ein Leser das erkennen kann. Rechnen Sie mit etwa 45 Minuten.

Fragen Sie dann jeden Dienstleister, der für Ihre Sichtbarkeit Texte veröffentlicht, schriftlich: Auf welchen Seiten erscheinen sie, und wer betreibt diese Seiten? Das ist eine Mail je Dienstleister. Bleiben bei einigen Zeilen die Spalten leer, wissen Sie jetzt, wo Sie nachfragen müssen.

Wo OctoPages hilft

Mit OctoPages bauen wir Ihre Seite unter Ihrer eigenen Adresse. Die Firmenangaben sind für Maschinen lesbar hinterlegt, und wir melden die Seite bei Google und Bing an. Dazu bekommen Sie einen Fahrplan für das, was nur Sie als Inhaber tun können: Unternehmensprofil, Bewertungen, Einträge. Was dort steht, trägt Ihren Namen. Ob ein Assistent Sie nennt, entscheidet er selbst. Warum die eigene Seite dafür die sicherste Quelle bleibt, steht in Lohnt sich die eigene Webseite noch, wenn die Kunden ChatGPT fragen?. Wie Sie bei den Texten dafür mit KI umgehen, steht in Dürfen wir die Texte für unsere Webseite von einer KI schreiben lassen?.

Häufige Fragen

Was hat Anthropic am 8. Oktober 2026 geändert?

Anthropic hat die Nutzungsrichtlinie aktualisiert. Sie gilt ab dem 12. November 2026 und verbietet im Abschnitt über täuschende Kampagnen, Claude zu nutzen, um die Quellen zu beeinflussen, aus denen Suchmaschinen oder KI-Systeme ihre Antworten holen.

Gilt die Regel auch für andere KI-Werkzeuge?

Nein. Die Richtlinie betrifft die Nutzung von Claude. Was andere Anbieter erlauben oder verbieten, regeln deren eigene Bedingungen. Wer sich auf ein Netz aus Seiten verlässt, hat deshalb keine Zusage, dass es anderswo geduldet wird.

Ist jede bezahlte Erwähnung auf einer fremden Seite ein Problem?

Nach dem Wortlaut der Richtlinie geht es um die Täuschung über Herkunft, Urheberschaft oder Unabhängigkeit, nicht um Werbung an sich. Ein Beitrag, der erkennbar von Ihnen stammt oder in Ihrem Auftrag erscheint, ist etwas anderes als eine Seite, die sich unabhängig gibt.

Haben solche Seitennetze in KI-Antworten überhaupt etwas bewirkt?

Das ist nicht belegt. Laut Search Engine Journal ist offen, ob die Seiten besser ranken oder in KI-Antworten auftauchen. Nach dem Bericht von Anthropic blieben die Inhalte des beschriebenen Netzwerks meist im eigenen Kreis und fanden kaum Echo.

Was kann ich in dieser Woche selbst tun?

Schreiben Sie die ersten zwanzig fremden Seiten auf, die bei einer Suche nach Ihrem Firmennamen über Sie berichten, und notieren Sie, wer sie veranlasst hat. Fragen Sie danach jeden Dienstleister schriftlich, auf welchen Seiten seine Texte erscheinen und wer diese betreibt.

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