DCom Systems

Technik

Was merkt sich ein KI-Agent über unsere Kunden?

Stand · von Alvaro Moreno

Mitarbeiterin im verglasten Büro einer Lagerhalle am Rechner, ein Kollege lehnt in der Tür und hält einen Lieferschein, draußen stehen Regale und ein Gabelstapler

OpenAI hat am 29. September Dots gestartet, KI-Agenten, die dauerhaft laufen, sich mit tausenden Programmen verbinden und in Deutschland für Business-Premium-Kunden verfügbar sind. Was ein Dot sich dabei merkt, lässt sich laut heise im Moment weder einzeln einsehen noch löschen. Für Kundendaten ist das die wichtigste Angabe.

OpenAI hat am 29. September Dots vorgestellt: KI-Agenten, die nicht nur antworten, sondern rund um die Uhr an Aufgaben weiterarbeiten. Jeder Dot hat einen eigenen Computer in der Cloud und einen eigenen Browser. Über das Plugin-Angebot lassen sich laut OpenAI mehr als 4.000 Programme anbinden. Erreichbar ist er in ChatGPT, über Slack und über Teams.

Das Beispiel aus dem Vertrieb

OpenAI beschreibt einen Vertriebsleiter mitten in einer technischen Prüfung beim Kunden. Der Dot gleicht Anforderungen und bisherige Geschäftsbeziehung mit der Produktdokumentation ab, aktualisiert Angebot und Testplan, wenn sich etwas ändert, und weist auf offene Bedenken hin. Zusagen gibt der Mensch frei.

Man legt Regeln fest: Was darf der Dot selbst, wofür braucht er eine Freigabe, was ist gesperrt. Im Hintergrund sucht er mit reinem Lesezugriff in den verbundenen Programmen nach Arbeit. Inhalte aus Business- und Enterprise-Arbeitsbereichen nutzt OpenAI nach eigener Angabe standardmäßig nicht zum Training.

Wer ihn hier bekommt

Laut heise vom 30. September bleiben Pro-Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum zum Start außen vor. Für Business Premium gilt diese Einschränkung nicht. Der erste Dot ist dort ohne Aufpreis im Abo enthalten.

Der Satz, der für Kundendaten zählt

heise schreibt auch: Ein Dot kann Informationen aus Gesprächen und verbundenen Diensten speichern, solange er besteht. Einzelne gespeicherte Angaben lassen sich derzeit weder gezielt einsehen noch löschen. OpenAI selbst nennt seine Tests für lange laufende Agenten vorläufig.

Das heißt: Wer seinen Dot mit Postfach und Kundenakte verbindet, hat eine Stelle mehr, an der Kundendaten liegen, und zwar eine, in die er nicht hineinsehen kann. Verlangt ein Kunde, dass seine Daten gelöscht werden, wird die Antwort damit nicht einfacher. Dass Automatik vor allem das beschleunigt, was schon vorher unklar war, steht in Automatisierung macht schlechte Abläufe schneller.

Zehn Minuten mit einem einzigen Kunden

Nehmen Sie einen Kunden, mit dem Sie im letzten Jahr viel zu tun hatten. Zählen Sie, in wie vielen Programmen sein Name steht: CRM, Postfach, Buchhaltung, Tabellen, Kalender, das Handy des Verkäufers, der Chat. Schreiben Sie die Zahl auf.

Die meisten landen höher, als sie dachten. Jede dieser Stellen müssten Sie bei einer Löschung finden. Ein Agent, der aus allen liest und sich etwas merkt, macht daraus eine mehr. Warum eine Kundenakte an einem Ort zusammengehört, habe ich in Wir haben schon eine Warenwirtschaft. Wie kommt ein CRM dazu? beschrieben; bei Kontakten und Firmen in Octoserv ist das der Ausgangspunkt.

Woran Sie merken, dass sich etwas ändert

Daran, dass OpenAI das gezielte Einsehen und Löschen gespeicherter Angaben nachreicht. Bis dahin gehört ein Dot nicht an Kundendaten, die man auf Nachfrage wiederfinden muss.

Häufige Fragen

Was sind Dots von OpenAI?

KI-Agenten, die OpenAI am 29. September 2026 vorgestellt hat. Sie arbeiten dauerhaft an Aufgaben weiter, haben einen eigenen Cloud-Computer mit Browser und lassen sich laut OpenAI mit mehr als 4.000 Programmen verbinden. Man erreicht sie über ChatGPT, Slack und Teams.

Kann ich Dots in Deutschland nutzen?

Laut heise vom 30. September 2026 sind Nutzer von ChatGPT Pro im Europäischen Wirtschaftsraum zum Start ausgeschlossen, Kunden mit Business Premium dagegen nicht. Für Enterprise gibt es eine Beta, die der Administrator des Arbeitsbereichs einschalten muss.

Kann ich löschen, was ein Dot sich über einen Kunden gemerkt hat?

Nach dem Bericht von heise vom 30. September 2026 derzeit nicht gezielt. Gespeicherte Angaben bleiben erhalten, solange der Dot besteht, und lassen sich einzeln weder einsehen noch löschen. Das ist bei Kundendaten die wichtigste Einschränkung.

Kann ich festlegen, was ein Dot selbst tun darf?

Ja. Laut OpenAI lassen sich Regeln setzen, welche Aktionen der Dot selbst ausführt, wofür er eine Freigabe braucht und was gesperrt ist. Bestimmte sensible Aufgaben, etwa das Ändern eines Passworts, bleiben immer beim Menschen.

Nutzt OpenAI unsere Firmendaten aus Dots zum Training?

Nach Angabe von OpenAI werden Inhalte aus Arbeitsbereichen von ChatGPT Business, Enterprise und Edu standardmäßig nicht zum Training der Modelle verwendet. Bei privaten Abos entscheidet der Nutzer das in seinen Einstellungen.

Weitere Beiträge

Alle Beiträge