Es ist nie an der Technik gescheitert

Wenn ein Vorhaben nicht gehalten hat, lag es nie an der Technik und nie an der Analyse. Es lag daran, dass jemand im Haus nicht wollte, und meistens saß dieser Jemand nicht an der Werkbank, sondern in der Geschäftsführung. Das ist keine Kritik an Beratern. Es ist eine an unserem Mut, entschieden zu sein.
Jedes Unternehmen informiert sich, lässt sich beraten, lässt sich schulen. Das ist richtig so, und ich verdiene selbst damit mein Geld.
Auffällig ist, wer gerade mit dem Thema KI in die Betriebe geht. Viele kommen von der Universität, haben Praktika gemacht und keine Praxis. Andere sind aufgesprungen, haben sich schulen lassen, Konzepte gelernt und geben die frei verfügbaren Weisheiten anderer weiter, um sich unentbehrlich zu machen.
Das ist nichts Schlimmes. Das ist Tagesgeschäft, irgendwo zwischen fake it until you make it und dem, was daraus wird, wenn man sich im Markt behauptet.
Warum die ersten Erfolge nichts beweisen
Am Anfang stellen sich oft sichtbare Erfolge ein. Das ist der Teil, der später in der Präsentation steht.
Was sie nicht sichern, ist die Dauer. Und der Grund dafür ist fast immer derselbe. Es ist der Mensch.
Wofür wir gemacht sind
Wir sind soziale Wesen. Unsere Persönlichkeit ist aus Gelerntem und Vererbtem entstanden. Wir freuen uns über ein Kompliment, über Zuspruch, über einen Erfolg, den wir gemeinsam hatten.
Auf diese Eigenschaften treffen neue Weisheiten. Wer Zeit gegen Geld tauscht, wird nie Erfolg haben. Dein Angebot muss skalierbar sein. Dein Produkt muss skalierbar sein. Du baust etwas auf, um es zu verkaufen und als Multimillionär deine Träume zu leben.
Fragen Sie mal einen Klempner, ob er seinen Betrieb skalieren will.
Oder einen Dachdecker. Einen Zahnarzt, der immer nur einen Mund vor sich hat. Einen Wirt, dessen Gasthaus vierzig Plätze hat und nicht vierhundert. Eine Werft, auf der ein Schiff so lange liegt, wie es eben braucht.
Das sind keine gescheiterten Geschäftsmodelle. Das sind Betriebe, die gerade deshalb gut sind, weil jemand seine Zeit hergibt und dafür geradesteht. Ihre Leistung besteht darin, dass ein Mensch begrenzt viel davon hat. Wer ihnen erzählt, sie müssten skalierbar werden, hat ihnen nicht zugehört.
Der Einwand, der jetzt kommt
Jetzt widerspricht mir der Marketingfachmann. Schalte mehr Anzeigen, dann kommen mehr Aufträge, und für die Aufträge stellst du mehr Leute ein. Der Zahnarzt holt weitere Zahnärzte in die Praxis und vergrößert sie. Der Anwalt erweitert die Kanzlei. Der Dachdecker nimmt eine zweite Kolonne.
Er hat recht. Das geht alles, und für manche ist es genau der richtige Weg.
Die Frage ist nur, ob wir das wollten. Ist es das Geld allein, das einen Menschen dazu bringt, ein Unternehmen zu gründen? Oder war da etwas anderes, damals, als er den Entschluss gefasst hat?
Wir laufen wie die Lemminge auf einen Abgrund zu, der uns offenbar so anzieht, dass wir alles über Bord werfen. Alte Überzeugungen. Träume. Willen. Mut. Kampfgeist.
Alles weicht modernen Gedanken, die uns treiben und den Blick verschieben. Am Ende haben unser Marketing, unser Verkauf, unsere Ziele und unsere Abläufe nichts mehr mit dem zu tun, was ein Unternehmen eigentlich ausmacht: sich einbringen, Verantwortung übernehmen, aus Fehlern lernen, sich gegenseitig stützen, wachsen und am Ende gemeinsam feiern.
Warum ich selbständig bin
Schon zur Schulzeit wusste ich, dass ich selbständig sein werde. Als Angestellter habe ich sehr viel gelernt. Aber mein Herz schlug immer dafür, die Verantwortung komplett zu übernehmen. Trotz mehrerer Niederlagen habe ich nie daran gedacht, wieder in ein Angestelltenverhältnis zu gehen.
Nicht aus Stolz, und verrückt bin ich auch nicht. Es ist der Wunsch, etwas anzubieten und zu liefern, wovon andere wirklich profitieren.
Jeder Mensch hat Fähigkeiten, die anderen helfen. Meine ist, mit wenigen Fragen die schwache Stelle zu finden und einen Ablauf zu durchleuchten. Das ist die Arbeit, die ich unter hansakonzepte.de anbiete. Der menschliche Teil in mir will danach helfen, stark machen, begeistern und Energie erzeugen, damit aus der Erkenntnis auch etwas wird.
Woran es gescheitert ist
Nicht an der Technik. Nicht an der Analyse. Nicht am Konzept.
Es ist daran gescheitert, dass Menschen im Unternehmen einfach nicht wollten. Und beim genauen Hinsehen stellte sich oft heraus, dass der eigene Anteil daran gar nicht gewollt war.
Das betrifft am wenigsten die Mitarbeiter. Es betrifft am meisten die Führung. Dort fehlte es an einer Vision, am Glauben, am Willen und an der Überzeugung, einen eigenen Weg gehen zu können.
Einige sind am Ende wieder in die Spur der anderen gerutscht und wollten auch das machen, was alle machen. Also wurden wieder genau die Berater geholt, die es so machen, wie sie es gelernt und nicht gelebt haben.
Was ich wirklich kritisiere
Nicht die Berater. Unser Verhalten.
Unsere Fähigkeit zu bewerten und zu entscheiden. Unseren Willen und unseren Mut, entschieden zu sein, anders zu sein, sich nichts vorschreiben zu lassen und das Schiff auf eigenen Kurs zu bringen.
Und da ist meine Kritik an der Technik. Sie lässt uns an der Ampel auf den Bildschirm sehen. Sie lässt uns Meinungen bilden, die auf flachen Meldungen beruhen, auf Neid und auf dem schlechten Vokabular der sozialen Medien.
Ich nehme mich davon nicht aus. Wir nutzen sie alle, und genau das macht uns unaufmerksam. Wir brauchen immer stärkere Reize, um überhaupt zu reagieren und um zu entscheiden, ob etwas wichtig ist.
Am liebsten sehen wir dabei hundert andere, die dasselbe tun. Dann fällt die Entscheidung von selbst, und niemand muss sie verantworten. Die anderen machen es ja auch, also wird es schon richtig sein.
Jedes Unternehmen ist anders
Und jedes Vorgehen sollte es auch sein.
Damit ist nichts gegen die Technik gesagt. Wir sollten sie nutzen, sie kann viel, und die Lösungen am Markt sind gut. Daran liegt es nicht. Die Frage ist nur, was wir davon haben, und die beantwortet uns niemand von außen.
Denn verkaufen ist am Ende dasselbe geblieben wie vor Hunderten von Jahren. Daran hat kein Werkzeug etwas geändert.
Wo wir hinhören, wo wir hinsehen und was wir daraus machen, entscheiden wir immer noch selbst.
Häufige Fragen
Ist das eine Abrechnung mit Beratern?
Nein. Dass jemand ein Thema lernt und weitergibt, ist Tagesgeschäft und völlig in Ordnung. Meine Kritik gilt unserem Verhalten, nicht denen, die davon leben.
Warum halten die ersten Erfolge oft nicht?
Weil sichtbare Anfangserfolge nichts über die Dauer sagen. Was danach trägt oder eben nicht trägt, ist der Mensch im Haus, und daran ändert kein Konzept etwas.
Woran ist es bei Ihnen tatsächlich gescheitert?
Nicht an Technik, Analyse oder Konzept. Es ist daran gescheitert, dass Menschen im Unternehmen nicht wollten, und meistens saßen die nicht an der Werkbank, sondern in der Führung.
Was fehlt der Führung in diesen Fällen?
Eine eigene Vision, der Glaube daran, der Wille und die Überzeugung, einen eigenen Weg gehen zu können. Ohne das rutscht man zurück in die Spur der anderen.
Was hat das mit Technik zu tun?
Sie verschiebt den Blick. An der Ampel auf den Bildschirm, Meinungen aus flachen Meldungen, aus Neid und dem Vokabular der sozialen Medien. Wohin wir sehen, entscheiden wir trotzdem selbst.
Was heißt das für mein Unternehmen?
Dass Ihr Vorgehen so einzeln sein darf wie Ihr Betrieb. Die Werkzeuge am Markt sind gut, die Frage ist nur, was Sie davon haben, und die beantwortet Ihnen niemand von außen.
Ist Skalierung denn immer falsch?
Nein. Für manche Angebote ist sie richtig und naheliegend. Falsch wird sie als allgemeines Gesetz, auch dort, wo die Leistung gerade darin besteht, dass ein Mensch begrenzt viel Zeit hat und dafür geradesteht.
Man kann doch einfach mehr Leute einstellen?
Kann man, und für manche ist das der richtige Weg. Die Frage ist nur, ob es das war, was man wollte, als man das Unternehmen gegründet hat, oder ob da noch etwas anderes im Spiel war.


