Warum melden sich auf unsere Anzeige in den sozialen Medien so wenige?

Meistens melden sich mehr, als der Betrieb merkt. Sie melden sich nur nicht zu Ende. Eine Bewerbung ist eine Anfrage, und sie geht auf demselben Weg verloren wie eine Kundenanfrage: Sie kommt an, niemand ist zuständig, die Antwort kommt nach zwei Wochen, und bis dahin hat der Bewerber woanders unterschrieben. Der Kanal ist selten das Problem.
Social Recruiting heißt, Mitarbeiter über soziale Netzwerke zu finden statt über Zeitung und Jobbörse. Das ist inzwischen Alltag, und trotzdem höre ich oft denselben Satz: Wir haben das probiert, es kam nichts.
Wenn ich dann frage, was mit den Bewerbungen passiert ist, die kamen, wird es meistens still.
Eine Bewerbung ist eine Anfrage
Jemand sieht die Anzeige auf dem Telefon, abends auf dem Sofa, und schreibt zwei Sätze. Kein Anschreiben, kein Lebenslauf. Das ist keine schlechte Bewerbung. Das ist die Form, in der Bewerbungen auf diesem Kanal aussehen.
Im Betrieb landet sie in einem Postfach, das jemand dienstags durchsieht. Der Bewerber bekommt nach einer Woche eine Nachricht, er möge bitte Unterlagen einreichen. Er hat inzwischen bei zwei anderen Betrieben ein Gespräch gehabt.
Genau das passiert mit Kundenanfragen auch, nur dass es dort inzwischen mehr Leute wissen. Was mit einer Anfrage passiert, um die sich niemand kümmert, habe ich in Ein Lead stirbt nicht. Er wird liegen gelassen beschrieben. Für Bewerber gilt jedes Wort davon.
Was der Kanal kann und was nicht
Soziale Netzwerke erreichen Leute, die gar nicht suchen. Das ist ihr Wert. Ein Geselle, der zufrieden ist, liest keine Jobbörse, aber er sieht abends, dass der Betrieb drei Straßen weiter jemanden sucht und wie es dort aussieht.
Was der Kanal nicht kann: die Antwort geben. Die kommt aus dem Betrieb, und sie muss schnell kommen, weil der Bewerber gerade nicht in Bewerbungsstimmung ist, sondern auf dem Sofa. Wer ihm innerhalb eines Tages antwortet, hat ein Gespräch. Wer nach einer Woche nach Unterlagen fragt, hat eine Adresse.
Was Sie selbst zählen können
Nehmen Sie die letzten zehn Bewerbungen, egal über welchen Kanal, und schreiben Sie zu jeder zwei Daten auf: den Tag, an dem sie kam, und den Tag, an dem der Bewerber zum ersten Mal eine persönliche Antwort bekommen hat. Keine automatische Eingangsbestätigung, eine Antwort von einem Menschen.
Das dauert eine Stunde mit dem Postfach. Der Abstand zwischen den beiden Daten ist Ihre Rekrutierung. Wenn er im Schnitt über drei Tagen liegt, haben Sie kein Anzeigenproblem.
Der Weg nach der Zusage
Wer den ersten Teil hinbekommt, verliert manchmal am Ende: Zusage, dann sechs Wochen Stille bis zum ersten Arbeitstag, dann ein Vormittag, an dem niemand weiß, dass der Neue kommt. Warum die ersten zwei Wochen entscheiden, ob jemand bleibt, steht in Die ersten zwei Wochen entscheiden, ob jemand bleibt.
Wie das aussehen kann
Die Anzeige führt auf ein kurzes Formular, das nur Name, Telefonnummer und eine Frage abfragt. Die Bewerbung landet mit Herkunft und Datum bei der Person, die zuständig ist, und die bekommt eine Erinnerung, wenn nach einem Tag noch keine Antwort raus ist. Wie so ein Formular gebaut wird, zeigt der Formular-Editor in Octoserv. Der Rest ist derselbe Ablauf wie bei einer Kundenanfrage, und den haben die meisten Betriebe schon einmal durchdacht. Man muss ihn nur auf Bewerber anwenden.
Häufige Fragen
Was ist Social Recruiting?
Mitarbeiter über soziale Netzwerke zu finden statt über Zeitung und Jobbörse. Der Vorteil ist, dass man Leute erreicht, die gar nicht aktiv suchen. Der Nachteil ist, dass die Bewerbung dann in zwei Sätzen vom Sofa kommt und schnell eine Antwort braucht.
Warum kommen über soziale Medien so wenige Bewerbungen an?
Oft kommen mehr an, als der Betrieb merkt. Sie landen in einem Postfach, das jemand nebenbei durchsieht, und der Bewerber hat nach einer Woche ohne Antwort woanders ein Gespräch. Der Weg nach der Anzeige ist das Problem, nicht der Kanal.
Wie schnell muss ein Betrieb auf eine Bewerbung antworten?
Innerhalb eines Tages, persönlich, nicht mit einer Eingangsbestätigung. Wer nach einer Woche nach Unterlagen fragt, hat eine Adresse gesammelt, kein Gespräch bekommen.
Wie finde ich heraus, wo wir Bewerber verlieren?
Nehmen Sie die letzten zehn Bewerbungen und schreiben Sie zu jeder den Eingangstag und den Tag der ersten persönlichen Antwort auf. Liegt der Abstand im Schnitt über drei Tagen, liegt das Problem nicht bei der Anzeige.
Was sollte das Bewerbungsformular abfragen?
So wenig wie möglich: Name, Telefonnummer und eine Frage, die zeigt, ob die Person passt. Lebenslauf und Zeugnisse kommen später. Wer auf dem Telefon fünf Felder ausfüllen soll, bricht ab.


