Kommen weniger Besucher von ChatGPT, oder sieht unsere Statistik sie nur nicht mehr?

Ab dem 9. Oktober zeigten Statistiken weniger Besuche aus ChatGPT. Nach Angaben von Adobe war es ein Fehler: ChatGPT ließ die Markierung an seinen Links weg, die Besuche liefen unter „Direkt“. Seit dem 15. Oktober kommt sie wieder. Ob bei Ihnen Besuche fehlten, klären dreißig Minuten in Ihrer Statistik.
Search Engine Roundtable berichtete am 14. Oktober, dass ChatGPT anscheinend keine Markierung „utm_source=chatgpt.com“ und keine Herkunftsangabe mehr an seine Links hängt. Besuche von dort erscheinen dann in der Statistik unter „Direkt“. Search Engine Journal fasste am 15. Oktober die Zahlen der Anbieter zusammen. Inzwischen sprechen die Berichte von einem Fehler: Search Engine Land überschrieb seinen Beitrag am 20. Oktober mit „ChatGPT drop in UTM tracking was a bug“.
Was gemessen wurde
Der Anbieter Graphite sah ab dem 9. Oktober auf Seiten mit nennenswertem Verkehr aus KI-Assistenten 22 bis 57 Prozent weniger Sitzungen aus ChatGPT in Google Analytics. LLM Pulse zählte für den 9. bis 11. Oktober rund 46 Prozent weniger, bei ungefähr gleichbleibendem Gesamtverkehr. Cedric Huesler von Adobe sah auf rund 500 Seiten, auf denen ChatGPT mindestens fünf Prozent der Besuche brachte, täglich etwa 31.000 Besuche weniger aus ChatGPT und etwa 26.000 mehr unter „Direkt“. Er nennt das vorläufig, es sind vier Tage.
Search Engine Journal weist darauf hin, dass diese Quellen Werkzeuge für Suche und KI-Sichtbarkeit verkaufen. Laut Huesler hat OpenAI ihm am 14. Oktober bestätigt, dass es ein Fehler war. Relevant Audience gibt am 16. Oktober seine Darstellung wieder: Die Behebung lief ab dem 15. Oktober gegen zwei Uhr morgens (pazifische Zeit) an, und gegen neun Uhr waren markierte ChatGPT-Klicks bei etwa 95 bis 100 Prozent der Zahl derselben Stunde der Vorwoche. Die Herkunftsangabe fehlt laut Huesler weiter bei den meisten Klicks, die Markierung bleibt also das Signal zum Zählen. Öffentlich hat sich OpenAI nicht geäußert, in den Versionshinweisen vom 1. bis 15. Oktober steht dazu nichts. Die Bestätigung kommt deshalb aus zweiter Hand.
Was das für Ihren Betrieb heißt
Besucher verlieren und Besucher nicht mehr erkennen sind zwei verschiedene Dinge. Nach dem, was bisher bekannt ist, waren die Besuche versteckt und nicht verloren. Ob das auf Ihre Seite zutrifft, steht nur in Ihrer Statistik. Besuche, die schon unter „Direkt“ verbucht sind, werden nach Einschätzung von Relevant Audience vermutlich nicht nachträglich zugeordnet. Ob KI-Antworten überhaupt zu Ihrer Seite führen, behandelt Lohnt sich die eigene Webseite noch, wenn die Kunden ChatGPT fragen?
Links mit eigenen UTM-Parametern, auch aus ChatGPT-Anzeigen, sollen laut Graphite-Chef Ethan Smith unberührt bleiben. Wie man solche Anzeigen messen kann, steht in Woran sehen wir, ob unsere Werbung in ChatGPT Kunden bringt?
Dreißig Minuten in Ihrer Statistik
Vergleichen Sie in Google Analytics den 1. bis 8. Oktober mit dem 9. bis 15. Oktober, mit zwei Zeilen nebeneinander: Sitzungen aus ChatGPT und Sitzungen unter „Direkt“. Sehen Sie sich die Seiten an, die ChatGPT zuvor am häufigsten gebracht hat, und die Startseite. Notieren Sie den 8. Oktober als Stichtag in Ihrem Bericht.
Fällt ChatGPT und steigt „Direkt“ ähnlich stark, fehlte nur die Markierung. Fällt ChatGPT und „Direkt“ bleibt gleich, sind womöglich Besuche ausgeblieben. Bewegt sich beides nicht, spielt ChatGPT für Ihre Seite bisher keine messbare Rolle. Huesler rät, den Zeitraum vom 8. bis 15. Oktober in Google Analytics als Anmerkung zu markieren, statt Berichte umzubauen. Wegen der pazifischen Zeit beginnt die Lücke in einer Statistik nach deutscher Zeit am 9. Oktober. Fragen Sie außerdem bei den nächsten zehn Anfragen, wie der Kunde auf Sie gekommen ist. Das dauert Sekunden je Anfrage und braucht keine Markierung.
Wo Octoserv hilft
Tracking in Octoserv arbeitet ohne Cookies und ordnet Besuche rückwirkend dem Kontakt zu, der sich später meldet. Die fehlende Herkunftsangabe von ChatGPT ersetzt das nicht. Sie sehen aber, was ein Kontakt auf Ihrer Seite getan hat, bevor er sich meldete.
Häufige Fragen
Kamen seit dem 9. Oktober wirklich weniger Besucher von ChatGPT?
Nach bisherigem Stand fehlte vor allem die Herkunftsangabe. Mehrere Anbieter sahen in Google Analytics weniger Sitzungen aus ChatGPT, zugleich stieg nach Adobes Messung der Anteil unter „Direkt“. Ein Fehler ist laut Adobe bestätigt. Ob bei Ihnen auch Besuche ausblieben, lässt sich nur in Ihrer eigenen Statistik prüfen.
Warum erscheinen Besuche aus ChatGPT unter „Direkt“?
Analyseprogramme erkennen die Herkunft an einer Markierung im Link oder an der Angabe der Vorseite. ChatGPT scheint beides nicht mehr mitzugeben. Fehlen beide Signale, ordnet Google Analytics den Besuch „Direkt“ zu, so wie bei einer eingetippten Adresse.
Hat OpenAI den Fehler bestätigt?
Öffentlich nicht. Laut Cedric Huesler von Adobe hat OpenAI ihm am 14. Oktober einen Fehler bestätigt und am 15. Oktober mit der Behebung begonnen. Relevant Audience berichtet am 16. Oktober, markierte Klicks seien danach wieder bei etwa 95 bis 100 Prozent der Vorwoche gelegen. Die Bestätigung stammt aus zweiter Hand.
Betrifft das auch Anzeigen in ChatGPT?
Nach Aussage von Graphite-Chef Ethan Smith sollten Links mit eigenen UTM-Parametern, auch aus ChatGPT-Anzeigen, nicht betroffen sein. Das ist die Einschätzung eines Anbieters von Analysewerkzeugen. Prüfen Sie es für Ihre Kampagnen in Ihren eigenen Zahlen.
Wie finde ich ohne Analysewerkzeug heraus, ob ChatGPT Kunden bringt?
Fragen Sie bei den nächsten zehn Anfragen, wie der Kunde auf Sie gekommen ist, und schreiben Sie die Antworten auf. Das braucht keine Markierung und ist unabhängig davon, was ein fremdes Programm an Links ändert. Zehn Antworten sind keine Statistik, zeigen aber, ob ChatGPT überhaupt vorkommt.


