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Warum ich lieber Merkmale vergebe als Listen führe

· von Alvaro Moreno

Heller Tisch bei Tageslicht mit bunten Haftnotizen und Karteikarten, sortiert nebeneinander, daneben ein Stift

Weil eine Liste einen Menschen in eine Schublade steckt und ein Merkmal ihn beschreibt. Wer in drei Listen steht, bekommt drei Mails. Wer drei Merkmale trägt, bekommt eine, die zu allen dreien passt. Der Unterschied ist nicht technisch, sondern höflich.

Die meisten Betriebe, die E-Mails verschicken, arbeiten mit Listen. Eine für Kunden, eine für Interessenten, eine für die Messe im letzten Jahr, eine für den Newsletter.

Das funktioniert, solange es wenige Listen sind. Danach fängt es an, unangenehm zu werden.

Was mit Listen schiefgeht

Ein Mensch steht in mehreren. Er war auf der Messe, er ist Kunde, und er hat sich für den Newsletter angemeldet. Jetzt bekommt er drei Sendungen, und in zweien steht ungefähr dasselbe.

Er merkt daran nicht, dass Sie fleißig sind. Er merkt daran, dass Sie ihn nicht kennen.

Dazu kommt das Aufräumen. Wer den Betrieb wechselt, muss aus vier Listen entfernt werden, und in der Praxis wird er aus zweien entfernt. Was übrig bleibt, ist eine Adresse, die niemandem mehr gehört.

Was ein Merkmal anders macht

Ein Merkmal hängt am Menschen, nicht an einer Sammlung. Er war auf der Messe. Er ist Kunde. Er interessiert sich für ein bestimmtes Thema. Das sind drei Angaben zu einer Person, nicht drei Kopien der Person.

Wenn Sie etwas verschicken wollen, fragen Sie nicht mehr, welche Liste dran ist, sondern wen es angeht. Wer mehrere Merkmale trägt, bekommt trotzdem eine Sendung.

Der eigentliche Gewinn kommt später

Merkmale sind billig zu vergeben und teuer nachzuholen.

Wer heute festhält, aus welchem Anlass ein Kontakt entstanden ist, kann in zwei Jahren eine Frage beantworten, die heute noch niemand stellt. Etwa: Welche Anlässe bringen eigentlich Kunden und welche nur Adressen? Wer nur Listen hat, kann das nicht mehr rekonstruieren, weil der Anlass nie festgehalten wurde.

Ich habe das ein paarmal erlebt und jedes Mal dasselbe gedacht: Die Angabe wäre bei der Erfassung ein Klick gewesen.

Wo es kippt

Es gibt eine Grenze, und die ist schnell erreicht. Wer anfängt, für jede Kleinigkeit ein Merkmal zu vergeben, hat nach einem Jahr zweihundert davon und keine Übersicht.

Meine Faustregel: Ein Merkmal darf nur entstehen, wenn jemand sagen kann, welche Entscheidung er damit später treffen will. Fällt dazu nichts ein, ist es Ablage und kein Merkmal.

Was das mit Höflichkeit zu tun hat

Der praktische Vorteil ist schnell erklärt: weniger doppelte Post, sauberer aufzuräumen, bessere Auswertungen.

Der eigentliche Punkt ist ein anderer. Jemand, der von Ihnen drei ähnliche Mails in einer Woche bekommt, zieht daraus einen Schluss über Ihr Haus. Er denkt nicht, dass Sie ein Werkzeugproblem haben. Er denkt, dass es Ihnen egal ist.

Häufige Fragen

Was ist der praktische Unterschied zu Listen?

Ein Merkmal hängt am Menschen, eine Liste sammelt Kopien von ihm. Wer in drei Listen steht, bekommt drei Sendungen. Wer drei Merkmale trägt, bekommt eine, die zu allen passt.

Lohnt sich die Umstellung bei wenigen Kontakten?

Der Aufwand ist gering und der Nutzen kommt später. Merkmale sind billig zu vergeben und teuer nachzuholen, weil der Anlass eines Kontakts nicht rekonstruierbar ist.

Wie viele Merkmale sind sinnvoll?

So viele, wie Sie begründen können. Ein Merkmal darf nur entstehen, wenn jemand sagen kann, welche Entscheidung er damit später treffen will. Sonst ist es Ablage.

Was bringt das für Auswertungen?

Sie können später fragen, welche Anlässe Kunden bringen und welche nur Adressen. Wer nur Listen führt, kann das nicht mehr feststellen.

Merkt der Empfänger überhaupt einen Unterschied?

Ja, und zwar den wichtigsten. Wer drei ähnliche Mails in einer Woche bekommt, denkt nicht an ein Werkzeugproblem. Er denkt, dass es Ihnen egal ist.

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