Welche Programme greifen eigentlich auf unsere Postfächer zu?

Das zeigt ein Bericht im Admin Center, und die Frage eilt: Ab dem 1. Oktober sperrt Microsoft in Exchange Online die Schnittstelle EWS, über die Programme auf Postfächer, Kalender und Kontakte zugreifen. Wer bis Ende September nichts einstellt, riskiert einen Abgleich, der still stehen bleibt. Endgültig Schluss ist am 1. April 2027.
Was ändert sich am 1. Oktober?
Microsoft schaltet in Exchange Online eine alte Schnittstelle ab, die Exchange Web Services, kurz EWS. Über sie greifen Programme von außen auf Postfächer, Kalender und Kontakte zu. Nach der Mitteilung des Exchange-Teams wird EWS ab dem 1. Oktober 2026 in jedem Mandanten gesperrt, in dem niemand etwas eingestellt hat. Am 1. April 2027 ist die Schnittstelle endgültig aus, und Microsoft schreibt dazu ausdrücklich: keine Ausnahmen.
Betroffen ist nur Microsoft 365 mit Exchange Online. Für einen Exchange-Server im eigenen Haus ändert sich nichts.
Warum geht das den Vertrieb an?
Weil im Vertrieb die meisten Verbindungen hängen, die keiner mehr sieht. Ein Programm, das Termine in den Outlook-Kalender schreibt. Eines, das eingehende Mails der richtigen Kundenakte zuordnet. Eine Sicherung, die nachts die Postfächer kopiert. Solche Verbindungen wurden einmal eingerichtet und laufen seitdem still. Ob sie über EWS laufen oder schon über den Nachfolger Microsoft Graph, weiß in vielen Betrieben niemand.
Warum jede Angabe an genau einer Stelle stimmen muss, steht in Wir haben schon eine Warenwirtschaft. Wie kommt ein CRM dazu? Bleibt ein Abgleich stehen, liegt die Wahrheit plötzlich wieder an zwei Stellen. Die Folgen stehen in Ihre Verkäufer suchen, statt zu verkaufen.
Was ist bis Ende September zu tun?
Bitten Sie Ihre IT oder Ihren Dienstleister, heute den EWS-Nutzungsbericht zu öffnen. Er liegt im Microsoft 365 Admin Center unter Berichte, Verwendung, Exchange, Registerkarte EWS-Nutzung. Zeitraum auf 90 Tage stellen. Das dauert eine Viertelstunde.
Das Unangenehme daran: Der Bericht nennt keine Programmnamen, nur Anwendungs-IDs. Jede davon muss in der Liste der Unternehmensanwendungen nachgeschlagen werden, und fast immer taucht dort etwas auf, an das sich niemand erinnert. Schreiben Sie für jeden Eintrag eine Zeile auf: welches Programm, wer braucht es, was fällt aus, wenn es stehen bleibt.
Was weiter gebraucht wird, kommt bis Ende September auf eine Freigabeliste, und EWS wird ausdrücklich eingeschaltet. Dann bleibt der Mandant von der Sperre am 1. Oktober ausgenommen. Für Mandanten ohne eigene Liste will Microsoft eine vorbelegen, gebildet aus der bisherigen Nutzung.
Und wenn es dafür schon zu spät ist?
Dann ist noch nichts verloren. Bleibt ab Oktober etwas stehen, kann der Administrator EWS vorübergehend wieder einschalten. Woran Sie es merken: Ein Abgleich, der jahrelang still lief, liefert nichts mehr. Termine fehlen im Kalender, Mails tauchen nicht in der Akte auf. Gemeldet wird das selten, so wie bei den Mails, die nie ankommen, beschrieben in Wenn Ihre Mails nicht ankommen, sagt Ihnen das niemand.
Die eigentliche Frist ist der 1. April 2027. Bis dahin muss jeder Anbieter auf die neue Schnittstelle umgestellt haben. Fragen Sie jeden aus Ihrer Liste schriftlich, bis wann. Wer darauf keine Antwort mit Datum gibt, hat Ihnen damit auch etwas gesagt.
Häufige Fragen
Was ist EWS und was schaltet Microsoft ab?
EWS steht für Exchange Web Services, eine alte Schnittstelle, über die Programme von außen auf Postfächer, Kalender und Kontakte in Exchange Online zugreifen. Microsoft sperrt sie ab dem 1. Oktober 2026 in allen Mandanten, die nichts eingestellt haben, und schaltet sie am 1. April 2027 endgültig ab.
Betrifft die EWS-Abschaltung auch einen eigenen Exchange-Server?
Nein. Die Abschaltung gilt nach Angabe von Microsoft nur für Microsoft 365 und Exchange Online. Für Exchange Server im eigenen Haus ändert sich an EWS nichts. Wer eine Mischumgebung aus beidem betreibt, sollte die gesonderten Hinweise von Microsoft dazu lesen.
Wie finde ich heraus, welche Programme EWS nutzen?
Im Microsoft 365 Admin Center unter Berichte, Verwendung, Exchange gibt es die Registerkarte EWS-Nutzung. Sie zeigt für die letzten 7, 30 oder 90 Tage jede Anwendung, die EWS aufgerufen hat, allerdings nur mit ihrer Anwendungs-ID. Den Namen findet man in der Liste der Unternehmensanwendungen in Microsoft Entra ID.
Was passiert, wenn bis zum 1. Oktober nichts eingestellt ist?
Dann setzt Microsoft EWS im Mandanten auf gesperrt, und alle Programme, die darüber zugreifen, bekommen keine Daten mehr. Der Administrator kann EWS danach vorübergehend wieder einschalten, wenn wichtige Abläufe stehen bleiben. Das geht nur bis zum 1. April 2027.
Gibt es eine Verlängerung über den April 2027 hinaus?
Nein. Microsoft schreibt ausdrücklich, dass es nach April 2027 keine Ausnahmen gibt. Ab dem 1. April 2027 ist EWS in Exchange Online dauerhaft abgeschaltet, und Administratoren können es nicht mehr einschalten. Jedes Programm muss bis dahin auf Microsoft Graph umgestellt sein.


