Cloud oder eigener Server: Wo sollen die Kundendaten liegen?

Es gibt drei Möglichkeiten, nicht zwei. Die Software beim Anbieter, geteilt mit allen anderen Kunden. Ein Server im eigenen Haus, den die eigene IT betreibt. Und dazwischen ein Server, den ein Dienstleister nur für einen Betrieb betreibt. Die Frage ist nicht, welches Modell besser ist, sondern welche drei Fragen Sie vorher beantwortet haben wollen.
On-Premises heißt: Die Software läuft auf Geräten, die dem Betrieb gehören, in seinen Räumen oder in einem Rechenzentrum, das er gemietet hat. Cloud heißt: Sie läuft beim Anbieter, und der Betrieb bezahlt für die Nutzung. So weit die Lehrbuchdefinition. Für die Entscheidung taugt sie wenig.
Die drei Modelle, die es wirklich gibt
Software beim Anbieter, geteilt. Alle Kunden arbeiten auf derselben Installation. Der Anbieter wartet, sichert, aktualisiert. Der Betrieb hat keine Arbeit damit und keinen Einfluss darauf. Wo die Daten genau liegen und wer dort Zugriff hat, steht im Vertrag, und den liest selten jemand.
Ein Server im eigenen Haus. Volle Kontrolle, volle Verantwortung. Jemand muss Sicherungen machen, Aktualisierungen einspielen, den Zugang absichern und nachts erreichbar sein. In einem Betrieb ohne eigene IT ist das der Kollege, der sich am besten mit Computern auskennt, und das ist keine Sicherheit, sondern ein Risiko mit einem Namen.
Ein Server, den ein Dienstleister nur für einen Betrieb betreibt. Die Daten liegen getrennt von allen anderen Kunden, der Betrieb kann sagen, wo sie liegen, und die Arbeit macht jemand, der sie beruflich macht. Das ist das Modell, das die meisten meinen, wenn sie „eigener Server“ sagen, ohne die Arbeit zu wollen, die ein eigener Server bedeutet.
Die drei Fragen vor jeder Entscheidung
Nicht Cloud oder nicht Cloud. Sondern:
Wo liegen die Daten, und wer kommt dran? Land, Rechenzentrum, Zugriff des Anbieters. Wer das nicht in einem Satz beantwortet bekommt, hat die Frage noch nicht gestellt.
Was passiert bei einem Ausfall? Wie oft wird gesichert, wie lange dauert es, bis der Betrieb nach einem Fehler wieder arbeiten kann, und wer ruft wen an.
Wie bekomme ich meine Daten zurück? Das ist die Frage, die niemand vor dem Vertrag stellt und jeder nach dem Vertrag. In welchem Format, in welcher Frist, zu welchen Kosten. Ein Anbieter, der darauf ausweicht, hat geantwortet.
Warum Sicherheitsbedenken kein Grund zum Warten sind, sondern eine Liste von Fragen, steht in Warum kommt die Digitalisierung bei uns nicht voran?.
Was Sie selbst tun können
Schreiben Sie die drei Fragen auf ein Blatt und legen Sie es beim nächsten Anbietergespräch auf den Tisch. Nicht am Ende, am Anfang. Notieren Sie die Antworten wörtlich.
Das dauert zwanzig Minuten des Gesprächs, und die Antworten sagen mehr über den Anbieter als jede Vorführung. Wer zum dritten Punkt sagt „das haben wir noch nie gebraucht“, meint: Es gibt keinen Weg.
Was ich dazu halte
Die Daten eines Betriebs sind sein Vertrieb. Kunden, Anfragen, Angebote, Verlauf. Wo sie liegen, ist deshalb keine IT-Frage, sondern eine Frage des Geschäftsführers. Dass sie an fünf Stellen liegen, ist das häufigere Problem als die Frage nach der Cloud, siehe Ihre Verkäufer suchen, statt zu verkaufen.
Für Octoserv gibt es beide Wege: die Installation beim Anbieter oder ein Server, der nur für einen Betrieb läuft und von uns betreut wird. Welcher passt, steht bei den Editionen. Die drei Fragen beantworten wir vorher, nicht nachher.
Häufige Fragen
Was bedeutet On-Premises?
Dass eine Software auf Geräten läuft, die dem Betrieb gehören, in seinen Räumen oder in einem gemieteten Rechenzentrum. Der Betrieb trägt damit auch die Verantwortung für Sicherung, Aktualisierung und Zugang.
Ist die Cloud unsicherer als ein eigener Server?
Nicht grundsätzlich. Ein Server im Haus, den nebenbei jemand betreut, ist oft unsicherer als ein gut betriebenes Rechenzentrum. Entscheidend ist, wer die Arbeit macht und ob die drei Fragen nach Ort, Ausfall und Rückgabe beantwortet sind.
Was ist der dritte Weg zwischen Cloud und eigenem Server?
Ein Server, den ein Dienstleister nur für einen einzigen Betrieb betreibt. Die Daten liegen getrennt von anderen Kunden, der Ort ist bekannt, und die Betreuung macht jemand, der sie beruflich macht.
Welche Fragen sollte ich jedem Anbieter stellen?
Wo liegen die Daten und wer kommt dran. Was passiert bei einem Ausfall, wie oft wird gesichert, wer ruft wen an. Und wie bekomme ich meine Daten zurück, in welchem Format, in welcher Frist, zu welchen Kosten.
Wer sollte diese Entscheidung treffen?
Der Geschäftsführer, nicht die IT. Kunden, Anfragen, Angebote und Verlauf sind der Vertrieb des Betriebs. Wo sie liegen und wie man sie zurückbekommt, ist eine Geschäftsfrage.


